Optimist, Realist, Pessimist?

Ist nicht im Grunde jemand der sich selbst als Pessimist bezeichnet dadurch automatisch als Optimist entlarvt?

Wenn man davon ausgeht, dass die eigene Wahrnehmung negativer geprägt ist als die Realität rechtfertigt, heißt das nicht gleichzeitig auch, man gehe davon aus die Welt wäre im Grunde besser als man sie sieht?

Der einzig wahre Pessimist müsste sich doch selbst mindestens als Realist bezeichnen.

 Heißt es damit im Umkehrschluss genauso, dass jemand der sich als Optimist bezeichnet damit Pessimist oder zumindest Realist wäre? Wenn man sich dessen bewusst ist, dass die eigenen Erwartungen großartiger sind als die Realität sie erfüllen wird, kann man im Grunde auch kein Optimist sein.

Und jemand der sich als Realist bezeichnet, kann im Grunde alles sein. Aber das dann aufrichtig!

Oder gibt es in Wirklichkeit diese Einteilung in Pessimisten, Realisten und Optimisten im wahren Leben gar nicht und wir sind alle eine bunte Mischung aus allen drein? Möglicherweise ist es auch einfach ein Raster in das wir andere und uns selbst einordnen um uns und andere zu verallgemeinern und damit leichter verständlich zu machen.

Ich habe mich selbst immer für einen Optimisten mit gutem Kontakt zur Realität gehalten. Vielleicht fand ich mich aber auch nur dann optimistisch, wenn mir im Nachhinein aufgegangen ist wie naiv ich gerade war.

Abgesehen davon bin ich eigentlich zu ängstlicher um wirklich als Optimist bezeichnet werden zu können. „Klettere da nicht rauf, das kann einbrechen“, und „fahr nicht ohne Helm Fahrrad!“ und so weiter.

Ich möchte gerne optimistisch sein. Ich möchte gerne das Bestmögliche von der Zukunft erwarten. Dann hat man die Zeit bis diese Zukunft eintritt schon mal angenehm verbracht und selbst wenn es anders kommt kann die Enttäuschung im Grunde auch nicht größer sein, als die Enttäuschung die man empfindet wenn man sich von Vorneherein sagt: das wird nichts!

Ich glaube auch nicht, dass Optimismus träge macht, weil man denkt dass es schon irgendwie klappt und nichts mehr dafür tun muss. Ich glaube im Gegenteil, dass Optimismus uns von der Angst zu Versagen befreit, sodass wir dann bei unseren Handlungen die Hände frei haben.

Natürlich, ein bisschen Restangst kann auch vor so mancher Dummheit bewahren. Aber sie sollte uns nicht davon abhalten das zu tun was wir uns wirklich und aufrichtig wünschen.

 

28.9.15 22:49

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